Das MonArch-System verbindet die strukturelle, raumbezogene digitale Dokumentation von baulichem Kulturgut mit semantischen Beschreibungsmöglichkeiten unter Nutzung von Standardvokabularen oder selbst definierten Vokabularen [7] [8]. Datenbanktechnologien werden zur internen und externen Vernetzung von Informationen, zur effizienten Ausführung von Anfragen und zur Unterstützung von Mehrbenutzerbetrieb eingesetzt. Es können sowohl historische Gebäude und archäologische Stätten als auch Bestandsbauten und urbane Flächen dokumentiert werden. MonArch kann als Informationsbasis ebenso für die Restaurierung und Pflege von Gebäuden des Kulturerbes verwendet werden wie für die Administration und das Management zeitgenössischer Strukturen. Insbesondere stellt MonArch auf Wunsch ein Raumbuch des Bauwerks zur Verfügung. Beliebige Einzelbauwerke, aber auch komplette Liegenschaften oder Flächen können in Form von 2D Plänen oder 3D Modellen repräsentiert werden.

Deren Segmente, wie Flurstücke, Geschosse, Räume, Wände, Fenster, Türen, aber auch Ausstattungselemente, Installationskomponenten etc., können mit beliebigen Informationen oder digitalen Dokumenten verknüpft werden. Dadurch wird die gesamte zu dem Objekt gehörige Information verfügbar gemacht. Durch „Navigieren“ im Bauwerk und Auswahl von Bauwerksteilen werden per Mausklick die zugeordneten Informationen, Dokumente, beschreibende Eigenschaften, Web-Links etc. angezeigt. Eine wesentliche Eigenschaft des MonArch-Systems ist seine intuitive Bedienbarkeit. Informationstechnische Fachkenntnisse sind für die Nutzung von MonArch nicht erforderlich.

MonArch bietet Schnittstellen zu BIM 3D Modellen, Standardvokabularen wie die gemeinsame Normdatei GND, Getty AAT , ICOMOS-ISCS  und CIDOC CRM Ontologien [4]. 3D Gebäudemodelle oder Punktwolken können mit Vokabularen oder Ontologien beschrieben, nicht aber direkt visualisiert oder als räumliche Daten genutzt werden. Das MonArch-System bietet beide Darstellungsmöglichkeiten an: Graphische Visualisierung der 2D Pläne oder des 3D Gebäudemodells und semantische Beschreibung mit Standardvokabularen.

Nach bestem Wissen existiert derzeit kein allgemein nutzbares operatives System zur Dokumentation von Kulturgut, dass konsequent die Raumbezogenheit und die Annotation mit projektspezifischen oder standardisierten Metadaten, Langzeitspeicherung, Mehrbenutzerbetrieb, Web-Zugang, und die beliebige Vernetzung mit externen Informationsquellen bei gleichzeitig hocheffizientem Datenzugriff erlaubt.


[1] B. Freitag und A. Stenzer, „MonArch – A Digital Archive for Cultural Heritage,“ in Das Digitale und die Denkmalpflege: Bestandserfassung – Denkmalvermittlung – Datenarchivierung – Rekonstruktion verlorener Objekte, 2017.

[2] A. Stenzer, C. Woller und B. Freitag, „MonArch: digital archives for cultural heritage,“ in iiWAS’2011 – The 13th International Conference on Information Integration and Web-based Applications and Services, 5-7 December 2011, Ho Chi Minh City, Vietnam, 2011.

[6] A. Stenzer, „Query Relaxation using Spreading-Activation and SKOS-Ontologies,“ in Proceedings of the 21st International Conference on Information Integration and Web-based Applications & Services, iiWAS 2019, Munich, Germany, December 2-4, 2019, 2019.

[3] B. Freitag, „Von der raumbezogenen Modellierung zur Modellierung des Raumes,“ in Dokument – Objekt – Genese. Digital Humanities und Kunst- und Kulturgeschichte, Bd. 5, E. Seng und F. Göttmann, Hrsg., Berlin, Boston: De Gruyter, 2020.

[4] B. Freitag und A. Stenzer, „MonArch – A Digital Archive for Cultural Heritage,“ in Das Digitale und die Denkmalpflege: Bestandserfassung – Denkmalvermittlung – Datenarchivierung – Rekonstruktion verlorener Objekte, 2017.

[5] A. Stenzer, C. Ehrlinger und M. Schmidt, „Ansätze zur semantischen 3D-Repräsentation von Bauwerken in Datenbanken,“ in Der Modelle Tugend 2.0: Digitale 3D-Rekonstruktion als virtueller Raum der architekturhistorischen Forschung, 2019.

[7] Nöbauer und A. Stenzer, „Modellierung komplexer Gebäudestrukturen als digitaler Sammlungsraum,“ in Proc. Electronic Media and Visual Arts (EVA BERLIN), Berlin, 2019.

[8] M. Schmid, „On efficiently storing huge property graphs in relational database management systems,“ in Proceedings of the 21st International Conference on Information Integration and Web-based Applications & Services, iiWAS 2019, Munich, Germany, December 2-4, 2019, 2019.