Tag Archives: Glaube

„WAS DER BISCHOF NICHT WEISS, MACHT DEN BISCHOF NICHT HEISS“

Kirche und Homosexualität klingt für viele wie ein Oxymoron – das eine schließt das andere aus. Doch nach dem Bundestagsbeschluss der Ehe für alle gibt es auch in der katholischen Kirche Bewegung und die Diskussion ist entfacht. Viele gleichgeschlechtliche christliche Paare wünschen sich eine Bestätigung ihrer Partnerschaft in Form einer Segensfeier. Offiziell sind diese nicht möglich. Noch nicht.

Kirchenglocken läuten. Die Gäste warten gespannt. Ein gut geputzter Wagen fährt vor. Die Kirchenbänke sind mit bunten Blumensträußen geschmückt. Der Bräutigam steht vor dem Altar. Orgelklänge. Ein Pfarrer predigt. Diese Bilder schießen einem in den Kopf, wenn man das Wort Hochzeit hört. Kirchliche Hochzeit. Auf diese musste Peter Hinze verzichten. Und das nur, weil er einen Mann heiratete.

Am 30. September 2017 gaben sich Peter Hinze und sein Partner Hubertus Pooth das Jawort im Standesamt. Aber eben nur im Standesamt. Geplant hatten die beiden, ihre Ehe auch in der Kirche zu feiern. Nicht, wie es Mann und Frau tun. Diese Möglichkeit einer Trauung besteht für gleichgeschlechtliche Paare nicht. Es sollte eher wie ein Besuch in der Kirche sein, an diesem besonderen Tag. „Es sollte gar nicht wie eine Trauung aussehen, bei der das Brautpaar von hinten in die Kirche einmarschiert und dann vorm Altar stehen bleibt“, so Hinze.

Es sollte gar nicht wie eine Trauung aussehen, das wollten wir gar nicht. Peter Hinze

Der Pfarrer der Gemeinde, Stefan Sühling, gilt eigentlich als sehr konservativ. Trotzdem erklärte er sich bereit, einen Gottesdienst für die beiden abzuhalten. Er wollte um den Segen Gottes bitten für Menschen in Beziehungen. Ganz allgemein. Wie eine Trauung sollte es nicht ablaufen. Aber er wollte sich dem Wunsch des Paares nicht verweigern.

Peter Hinze ist Bürgermeister von Emmerich. Ein Mann der Öffentlichkeit. Sonst wäre über seine Hochzeit wohl gar nicht berichtet worden. Doch genau dieser Bericht führte dazu, dass der geplante Wortgottesdienst zu seiner Hochzeit abgesagt wurde. Auslöser für den Widerspruch des Bischofs war eine irreführende Überschrift eines Artikels in der Weseler Ausgabe der Rheinischen Post. Der Autor betitelte die Ankündigung der Segensfeier mit „Vermählung“ statt mit „Wortgottesdienst“.

Aus dem Artikel ging klar hervor, dass es sich nicht um eine traditionelle kirchliche Hochzeit handeln sollte. Lediglich um einen Gottesdienst mit einer Segnung des Brautpaars. Trotzdem sah der Münsteraner Bischof Felix Genn die Gefahr, dass es zu einer Verwechslung mit dem heiligen Sakrament der Ehe kommen könnte. Das ist der Partnerschaft von Mann und Frau vorbehalten.

Drei Tage vor der geplanten Feier untersagte der Münsteraner Bischof den Gottesdienst. Er wollte nicht der erste Bischof sein, der das öffentlich zulässt. Segnungen für Autos, Tiere und Eier an Ostern werden jedoch ohne Zögern durchgeführt.

Der Bürgermeister selbst ist gar nicht so gläubig. „Mein Partner ist der katholischen Kirche zugewandter als ich, für ihn wollte ich das machen.“ Pooth wuchs neben einer Kirche auf. Sie war fester Bestandteil seines Lebens. Und sollte auch ein Teil des Beginns dieses neuen Lebensabschnittes sein. 

Immer wieder finden Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare statt. Wenn man sucht, findet man auch einen Pfarrer. Diese Feiern müssen jedoch eher verdeckt ablaufen. Sobald man sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekennt oder eben, wie Peter Hinze, in der Öffentlichkeit steht, gibt es Probleme. „Was der Bischof nicht weiß, macht den Bischof nicht heiß“, beschreibt Hinze die derzeitige Situation. Das Problem sei dabei nicht die Basis, also die Pfarrer in der katholischen Kirche, sondern das Bistum. Nur von oben könne sich eine Veränderung vollziehen.

Der Bürgermeister ist  selbst als Standesbeamter tätig. Seit die Ehe für Homosexuelle rechtlich möglich ist, hat er schon einige gleichgeschlechtliche Paare auf dem Papier getraut. „Keins dieser Paare äußerte im Vorgespräch den Wunsch, auch kirchlich zu heiraten. Wahrscheinlich, weil die meisten wissen, wie kritisch die Kirche dem gegenübersteht.“ Bald ist der Bürgermeister wieder  bei einer Haussegnung mit dabei. Häuser werden also gesegnet.

Stefan Diefenbach war Ordenspriester, als ihm klar wurde, dass er schwul ist. Heute ist er mit seinem Partner verheiratet und setzt sich dafür ein, dass Segensfeiern in der katholischen Kirche legitimiert werden. Er bedauert, dass der Bischof bei Hinze diesen Schritt gehen musste. Man müsse aber auch bedenken, dass Bischöfe nicht völlig autonom handeln können und auch sie den Anweisungen der Kirche folgen müssen. 

Thomas Schüller, Professor für katholisches Kirchenrecht, erklärt, dass es nie gut sei, wenn eine Praxis besteht, die versteckt abläuft. Es müsse eine offizielle Anordnung geben, wie mit Anfragen von gleichgeschlechtlichen Paaren umgegangen werden soll, die sich eine Segensfeier wünschen. So eine klare Ordnung sei nötig, um Fälle wie den von Peter Hinze in Zukunft zu vermeiden.

Wasdagegen.jpg

Homosexualität gilt in der katholischen Kirche für viele noch als Sünde. Im April 2016 veröffentlichte Papst Franziskus das Schreiben „Amoris laetitia“. Es behandelt die Themen Ehe und Familie. Auch über Homosexualität ist ein kurzer Absatz geschrieben. Dort heißt es, dass Homosexuellen mit Mitgefühl und Respekt begegnet werden soll und sie in keiner Weise zurückzusetzen sind. Im weiteren Verlauf heißt es jedoch, dass „eine respektvolle Begleitung zu gewährleisten ist, damit diejenigen, welche die homosexuelle Tendenz zeigen, die notwendigen Hilfen bekommen können, um den Willen Gottes in ihrem Leben zu begreifen und ganz zu erfüllen.“

Eine Paarbeziehung von Homosexuellen fällt somit für das Oberhaupt der katholischen Kirche weiterhin nicht unter den Willen Gottes. Das Ausleben von Sexualität ist in der katholischen Kirche nicht in Ordnung, wenn es nicht offen ist für das Leben. Also für die Zeugung von Nachkommen. Diese Bewertung von Homosexualität des kirchlichen Lehramts spricht zurzeit noch gegen die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren. Zuerst müsste diese Grundeinstellung geändert werden, bevor es zu weiteren Schritten kommen kann.

Der Papst räumte den nationalen Bischofskonferenzen allerdings auch mehr Spielräume ein, wenn es um die praktische Auslegung moralischer Normen auf dem Gebiet der Sexualität geht. Die westliche Welt kommt nach den Ergebnissen der modernen Humanwissenschaften zu einer positiveren Bewertung von Homosexualität als andere christliche Länder. Es kann also auch lokale Lösungen geben. Es sei an der Zeit, sagt Diefenbach.   

IST EINE ÖFFNUNG RECHTLICH ÜBERHAUPT MÖGLICH?

Auch das Kirchenrecht lässt Spielräume offen. Die Benediktionale, eine Liste des Vatikans, zeigt alle erlaubten Segenshandlungen auf. Von der Segnung des Adventskranzes bis zu der eines Flugzeuges. Eine Segnung für gleichgeschlechtliche Paare sieht die Benediktionale nicht vor. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sieht aber eine Ausnahme: Bischöfe seien bemächtigt, für entsprechende Anlässe eigene liturgische Normen zu erlassen. So könnten auch die geforderten Segensformulare erstellt werden. Nach Stefan Diefenbach muss es Bewegung geben, damit die Kirche nicht erstarrt.

Viele Gläubige sind dafür, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten dürfen. Auch 70 Prozent der Katholiken sehen da kein Problem. In den anderen Konfessionen weicht die Meinung etwas ab.

segengelb.jpg

Das Bistum Osnabrück zeigt, dass ein Umdenken von den traditionellen Mustern möglich ist. Schon seit längerer Zeit wird hier über Segensfeiern von gleichgeschlechtlichen Paaren diskutiert. Der stellvertretende Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Franz Josef Bode, stellte sich im Januar 2018 erstmals gegen die bislang vorherrschende Haltung in der katholischen Kirche. Man müsse sehen, dass es auch solche Paare gibt, die kommen und sich den Segen wünschen, die ein Interesse an der Kirche haben. Es gehe nicht, dass ihnen die Tür vor der Nase zugeschlagen werde. Man müsse in diesem Feld weiterdenken und es müsse endlich eine Entwicklung geben.

Bruder Thomas Abrell ist im Bistum Osnabrück verantwortlich für Fragen rund um das Thema Homosexualität in der Kirche. Der Franziskaner ist Bildungsreferent im Haus Ohrbeck und leitet den Arbeitskreis „Kreuz und queer“. Bereits vor fünf Jahren hatte Bischof Bode ihn gebeten diese Aufgabe zu übernehmen. Von da an wurde in Osnabrück an der Akzeptanz von homosexuellen Katholiken gearbeitet. Auch bei Mitarbeitern des Bistums sei es kein Problem, wenn diese offen homosexuell leben.

Trotz der Offenheit Bodes sind Segnungen für gleichgeschlechtliche Paare auch in Osnabrück noch nicht offiziell erlaubt. Ohne Konsens in der Bischofskonferenz ist das fast nicht möglich. Aber hier im Bistum brauchen sich die Paare nicht mehr verstecken. Sie müssen keine Angst haben, dass der Bischof ihre Feier untersagt. Das sei im Bistum Osnabrück noch nie vorgekommen. Bruder Thomas selbst, führte letzten Sommer seine erste Segensfeier für ein homosexuelles Paar durch. Für ihn war das überhaupt kein Konflikt mit seinem Glauben. Auch der Bischof wusste von der Feier. Und auch sonst sind solche Segnungen nicht mehr der Einzelfall.

In anderen Bistümern müssen Segnungsfeiern teilweise sogar unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, um nicht die Aufmerksamkeit eines Bischofs zu gewinnen. Aber sie finden statt. Die Praxis ist da. Und das schon seit längerer Zeit. Aber eben nicht offiziell. So gibt es noch keine allgemeine Regelung, jedes Bistum hat da seine eigene. Von daher sei es schwierig zu sagen, wie viele Bischöfe wirklich dafür sind, meint Bruder Thomas. Es seien aber mehrere, die von Segnungsfeiern in ihrem Bistum wissen und diese dulden.

Auch in den einzelnen Gemeinden sind eine liberalere und eine konservative Linie erkennbar. Wie auch in anderen umstrittenen Punkten in der katholischen Kirche. Ein Teil beharrt auf die traditionelle christliche Weltsicht und damit auf ein traditionelles Familienbild. Andere wünschen sich einen Fortschritt und die Akzeptanz von alternativen Lebensmodellen. 

Laut Bruder Thomas gehen viele Menschen immer noch davon aus, dass man Homosexualität erlernen kann oder dass es eine Krankheit ist. Nach diesen alten Klischees wäre Homosexualität etwas Widernatürliches. Der heutige Stand der Humanwissenschaften belegt jedoch, dass es dabei um Veranlagung geht. Und was zur Veranlagung gehört, gehört auch zum Menschsein dazu. In der Kirche gilt Homosexualität für viele noch als Sünde. Auch hier denkt das Bistum Osnabrück schon weiter.

Aufklärung sei hier der Schlüssel zur Veränderung. Bode habe gemerkt, dass dort Menschen sind, die auf der Suche sind und mit einem Wunsch an die Kirche herantreten. Entsprechend müsse mit den Menschen auch umgegangen werden. Für seinen Vorstoß bekam Bode viele Reaktionen aus aller Welt. Und zwar überwiegend positive.

Trotzdem ist es noch ein langer Weg bis zur allgemeinen Akzeptanz von Homosexualität in der Kirche. Osnabrück ist da erst der Anfang. Selbst wenn ganz Deutschland nachzieht, wäre das auch nur ein Sprachraum. In einem Großteil der Welt werden Homosexuelle noch verfolgt. Der Papst ermutigt aber dazu, Fragestellungen, die nicht gesamtkirchlich geklärt werden können, vor Ort zu klären. Osnabrück ist nur der Anfang. Vielleicht merken so die anderen Bistümer: Es tut ja gar nicht weh.

Homosexuelle müssten in der Kirche so manchen Schlag zurückstecken, meint Diefenbach. Ein Austritt ist für ihn dennoch keine Option.

gaypride.jpg

IN WELCHEN LÄNDERN IST DIE EHE FÜR ALLE MÖGLICH?

Seit einem Jahr gibt es die Ehe für alle auch in Deutschland. Wie viele gleichgeschlechtliche Paare sich seit dem 01. Oktober 2017 standesamtlich trauen ließen, zeigt eine bundesweite Umfrage der deutschen Presseagentur bei Standesämtern. Insgesamt ließen sich mehr als 10.000 homosexuelle Paare verheiraten. Ein großer Teil davon waren Umwandlungen von eingetragenen Lebenspartnerschaften.

 DIE BELIEBTESTEN STÄDTE FÜR DIE EHE FÜR ALLE

Einige Standesämter erheben gleichgeschlechtliche Ehen nicht gesondert. Ehe für alle hieße gleiches Recht für alle. Somit werden auch auf dem Papier keine Unterschiede gemacht. Eine detaillierte Erhebung des statistischen Bundesamtes wird voraussichtlich Mitte des Jahres 2019 veröffentlicht.

Bei der Abstimmung im Bundestag am 30. Juni 2017 stimmten auch einige katholische Abgeordnete für das Gesetz der Ehe für alle. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) spricht sich offen für die Einführung von klaren Regelungen für Segensfeiern gleichgeschlechtlicher Paare aus. Auch Mitglieder der Laienorganisation stimmten bei der Abstimmung mit „Ja“. Von den insgesamt 393 Befürwortern sitzen fünf auch im ZdK. Drei der ZdK-Mitglieder stimmten mit „Nein“.

 

Maria Böhmer (CDU) ist Mitglied des Bundestags und des Zentralkomitees deutscher Katholiken. Sie stimmte während der Abstimmung am 30. Juni 2017 mit ‚Ja‘ für die Ehe für alle.  In einer öffentlichen Erklärung nahm sie Stellung zu ihrer Entscheidung.

Seit knapp einem Jahr ist die „Ehe für alle“ politische Realität. Nun müssen die Kirchen eine Lösung finden, um die Paare auch theologisch und liturgisch zu unterstützen.

figurmale.jpg

Die evangelische Kirche geht mit Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare deutlich offener um. In einem Großteil der Landeskirchen können Schwule und Lesben ihre Partnerschaft öffentlich im Gottesdienst segnen lassen. Diese Feiern laufen genauso ab, wie Trauungen heterosexueller Paare. Nur die Bezeichnung ist anders. Im April 2018 veröffentlichte die Landeskirche Hessen und Nassau ein neues Kirchengesetz, nach welchem auch die Bezeichnung angepasst wird. Es gibt somit keinerlei Unterschiede zwischen Trauungen homosexueller und heterosexueller Paare mehr.

In der evangelischen Kirche Hessen und Nassau sind gleichberechtigte Trauungen von homosexuellen Paaren möglich. Diese machen ungefähr 25-30 Trauungen von mehr als 5000 traditionellen Trauungen aus.

DAS PFLICHTZÖLIBAT – SEGEN ODER FLUCH DER KATHOLISCHEN KIRCHE?

Stephan Oster, 53, Bischof von Passau, vertritt als geistliche und administrative Leitung des
Bistums die Kirche nach außen

Sigrun Rupp, 51, Psychotherapeutin in Wien, ist unter anderem Expertin  für Sexualtherapie und begleitet Priester und ihre Partnerinnen durch schwierige Zeiten

Josef Wagner, 20, Seminarist im Priesterseminar Augsburg, ist in der Ausbildung zum Priester und bloggt auf Instragram über seinen Alltag

Martina Gmelch, 36, Gesamtschullehrerin in Neu-Ulm, hat nach 7 Jahren heimlicher Beziehung einen Priester geheiratet

Was ist das Zölibat?

Das Zölibat in der katholischen Kirche bezeichnet die sexuelle Enthaltsamkeit von kirchlichen Amtsträgern. Seit dem Mittelalter ist es ein verpflichtender Schwur für alle Priester.

Der Zölibat-Schwur wird bei der Weihe zum Diakon feierlich abgelegt. Jeder, der nach seiner Tätigkeit als Diakon noch Priester werden will, muss auf die Frage des Bischofs „Seid ihr bereit, dem Zeichen der Hingabe an Christus, den Herrn, um des Himmelreiches Willen ehelos zu leben und für immer eurem Vorsatz treu zu bleiben, in dieser Lebensform Gott und den Menschen zu dienen?“ mit „Ja, ich bin bereit“ antworten. Dieses Versprechen ist Teil von insgesamt sieben Weiheversprechen bei der Diakonenweihe.

Wann entscheidet man sich fürs Zölibat?

Mit dem Eintritt ins Priesterseminar streben junge Männer die Priesterweihe an. Muss man sich also vor dem Eintritt ins Seminar schon fest entschieden haben, dass man zölibatär leben will?

Priesteramtskandidat Josef Wagner hat sich noch nicht entschieden, und erklärt, dass es keinen festgelegten Zeitpunkt für diese Entscheidung gibt.

Wo liegt der Ursprung des Zölibats? 

Laut Psychotherapeutin Sigrun Rupp hat die Entstehung des Zölibats nichts natürliches an sich:

Klerus in jedem Stand hatte vor der Zeit des Zölibats Frauen bzw. Konkubinen. Das war völlig normal. Allerdings gingen durch das Erbrecht die Besitztümer der Kirche an die Kinder verloren. Dies musste man stoppen. Also führte man das Zölibat ein. Damit hat es jedoch nicht aufgehört, dass Priester Sex hatten und Kinder gezeugt haben, doch die Besitztümer blieben Eigentum der Kirche.

Das waren ursprünglich nur pragmatische Gründe, keine natürlichen.

Was ist beim Zölibat verboten? 

Im genauen Wortlaut des Schwurs versprechen angehende Priester die „Ehelosigkeit“. Was umfasst die Ehelosigkeit also genau?

Bischof Oster erklärt, dass der Begriff durchaus streng gefasst ist. Außerdem gehe es beim Zölibat nicht um das Verbot von Sex sondern um den inneren Sinn dieser Lebensform, für die Vielen offen und liebesfähig zu sein.

Gilt das Zölibat schon während der Ausbildung? Wann fängt ein Priester konkret an, enthaltsam zu sein?

Josef Wagner offenbart, dass er von anderen Seminaristen gar nicht wirklich weiß, wieweit sie das Zölibat bereits leben. Er betont aber, dass man es nach Möglichkeit bereits im Seminar einhalten sollte.

Ist das Pflichtzölibat sinnvoll? 

Das Zölibat steht heutzutage immer wieder in der Debatte. Es wird fortlaufend diskutiert, ob das Zölibat sinnvoll sei oder doch nur Leiden bringe. Als Papst Franziskus im Jahr 2014 erwähnte, dass das Zölibat nur eine Vorschrift sei, die auch geändert werden könne, vermuteten viele, dass der Schwur bald abgeschafft werden würde. Jedoch rückte Franziskus im Laufe der Zeit wieder davon ab und betonte, dass eine Abschaffung ausgeschlossen sei. Doch ist die Verpflichtung zum Zölibat wirklich sinnvoll?

Sigrun Rupp stellt sich gegen das Pflichtzölibat:

„Man muss etwas Vorgegebenes schwören, damit man den Beruf ergreifen kann, egal wie die sexuelle Disposition ist. Das bringt mit sich, dass man sich einer Instanz und Institution unterwirft und sich damit einem vorgeschriebenen Gesetz fügt, jedoch heimlich trotzdem machen kann, was man will. Dies bietet einen geschützten Rahmen für Abgründe.

Wenn ich jedoch jeden Morgen aus freien Stücken entscheide, dass ich Priester sein will, der zölibatär lebt und keinen Sex braucht, lebe ich in Freiheit. Ich kann mich jeden Tag neu entscheiden. Da braucht es keinen Schwur.“

Bischof Oster spricht sich deutlich dafür aus, das Pflichtzölibat zu belassen. Er stellt jedoch infrage, ob es der Kirche gelingt, die Sinnhaftigkeit des Zölibats an die Menschen mit ihrer heutigen eher oberflächlichen Lebensweise zu vermitteln.

Martina Gmelch kämpft seit Jahren gegen das Pflichtzölibat. Über sieben Jahre hinweg führte sie eine heimliche Beziehung mit dem Pfarrer ihrer Heimatgemeinde, bevor sich die beiden öffentlich zueinander bekannten. Auch noch heute, wo sie offen mit Frank verheiratet ist. Auf dem letztjährigen Katholikentag sammelte sie Stimmen und schickte diese an alle Bistümer Deutschlands.

„Das ist ein Leid, dass sich kein Mädchen in seinen 20ern wünscht. Ich war verliebt und wollte mich offen zu dieser Liebe bekennen. Doch offiziell gab es mich nicht. Ich hatte panische Angstzustände, zum Beispiel, wenn Frank abends nicht wie abgemacht anrief. Ich wusste ja, dass mir keiner Bescheid geben würde, wenn ihm etwas passiert.“

Pflichtzölibat – nur eine Fiktion? 

Wie enthaltsam leben katholische Priester tatsächlich? Wird das Zölibat wirklich gelebt oder ist der Schwur nur eine Fiktion, vor der die Kirche seine Augen verschließt?

Sigrun Rupp erklärt, dass das Zölibat Schutz bietet für jegliche sexuellen Neigungen.

Für einen Menschen, der zum Beispiel das Zölibat schwört, nicht unbedingt das Zölibat lebt, – sprich enthaltsam ist – bietet die Kirche einen Raum, wo Menschen sich einfach zurückziehen können. Sie bietet einen Raum für verdrängte oder projizierte Gefühle. So wird das Zölibat ein Boden für Sucht, Macht und Gewalt“

Bischof Oster ist sich bewusst, dass es vereinzelt Priester gibt, die Vater sind. Er setzt sich aber dem Vorurteil entgegen, dass diese von der Kirche gedeckt und die Kinder mitfinanziert werden.

Was passiert nach dem Zölibatsbruch? 

Beschließt ein Priester, sein Zölibat zu beenden und sich offen zu seiner Partnerin zu bekennen, wird er von der Kirche suspendiert und exkommuniziert. Die Kirche kommt dann als Arbeitgeber nicht mehr infrage. Aus diesem Grund stehen die ehemaligen Priester oftmals vor einem großen Problem. Wo bewirbt man sich als ausgebildeter Theologe, wenn nicht bei der Kirche oder in kirchlichen Einrichtungen?

Martina Gmelch, Frau eines ehemaligen Priesters, berichtet über ihre Erfahrung:

„Wir wurden beide von der Kirche exkommuniziert. Danach musste ich selber noch aktiv austreten, sonst hätte ich die Kirchensteuer noch weiter bezahlt. Und das wollte ich vom Prinzip her nicht, an eine Institution, die mir ihre Höchststrafe erteilt hat.“

Ein Ausblick in die Zukunft 

Die Entscheidung, ob das Zölibat auch in Zukunft noch verpflichtende Auflage katholischer Priester ist, liegt in den Händen der kirchlichen Amtsträger.

Bis zur Abschaffung dieses Schwurs wird es jedoch sicherlich noch viel Leid geben.  Auch, wenn man die sexuelle Enthaltsamkeit aus dem Glauben heraus begründen kann und das zölibatäre Leben manche Priester erfüllen mag, ist der Schwur für alle anderen Beteiligten stets mit sehr großem Leid verbunden. Von manchen als sinnlos und unnatürlich angesehen, für andere Grund für eine eingeschränkte Liebe, bringt er Priestern und deren Mitmenschen unausweichlich Konflikte und überschattet deren Leben wie ein Fluch.

Die Meinungen im Überblick

Stefan Oster Sigrun Rupp Josef Wagner Martina Gmelch
PRO ZÖLIBAT CONTRA ZÖLIBAT NOCH UNENTSCHLOSSEN CONTRA ZÖLIBAT
„Die katholische Kirche ist überzeugt, dass die Vorteile des zölibatären Lebens die Schwierigkeiten, die es sicherlich auch gibt, überwiegen“ „Das Pflichtzölibat gehört unbedingt weg. Es treibt meiner Meinung nach Blüten, die es nicht geben sollte auf dieser Welt.“ „Das Thema ist zu spezifisch, da kann ich jetzt gar nichts sagen.“ „Das Zölibat war immer das einzige Thema, was bei uns Streit auslöste.“

Das Zölibat betrifft weit mehr Personen als nur Priester. In den deutschsprachigen Ländern gibt es mehrere Initiativgruppen, welche Betroffene unterstützen. Die Vereinigung vom Zölibat betroffener Frauen verzeichnet an die 200 Frauen in ihrem Register. Sie alle haben Beziehungen mit zölibatär lebenden Partnern .

Auch die Vereinigung katholischer Priester und ihrer Frauen bietet eine Plattform für alle, die in Beziehungen mit geistlichen leben. Hier findest du auch weiterführende Informationen zum Zölibat, seiner Entstehung und zur Bewilligung von Ausnahme Genehmigungen.

VOM GLAUBEN BESOFFEN

Die Zeugen Jehovas klingeln an der Haustür und drängen dir ihre Lehre auf, Tom Cruise ist Mitglied bei Scientology und die Zwölf Stämme machen Schlagzeilen mit Missbrauchsvorfällen: Geschichten über Sekten gibt es viele und eigentlich will niemand etwas damit zu tun haben. Bei der Neureligion Shinchonji ist es aber gar nicht so einfach zu erkennen, dass man gerade etwas mit einer Sekte zu tun hat. Die meisten wissen erst, dass sie existiert, wenn sie schon in ihren Strukturen stecken.

Wie die Strukturen funktionieren und an was die südkoreanische Sekte glaubt, erklären wir euch im folgenden Video.

Seit der Gründung von Shinchonji 1984 breitet sich die Gemeinschaft von Südkorea bis nach Europa und in die USA aus. Sie ist seit 2006 auch in Deutschland aktiv und wird immer größer.

MISSIONIERUNGSSTRATEGIE

Laut Oliver Koch, Weltanschauungsbeauftragter der evangelischen Kirche, verfolgt die Sekte drei Missionierungsstrategien in Deutschland, die auf verschiedenen Ebenen ablaufen. Zum einen gehen Shinchonji-Mitglieder in Gottesdienste bestehender christlicher Gemeinden und sprechen dort gezielt Personen an, die alleine sitzen. Viele Aussteiger berichten, dass sie die Sektenmitglieder von Anfang an sympathisch fanden, da sie sehr offen und freundlich auftreten. Wie Koch erzählt versuchen sie schnell, einen persönlichen Kontakt zum „Missionsobjekt“ herzustellen, bis sie es zu einem Bibelkurs einladen.

Die 27-Jährige Anna ist Aussteigerin aus der Sekte. Sie kam über eine Freundin zu den Bibelkursen von Shinchonji. Ihre Freundin wurde auf der Straße von einer fremden Frau angesprochen, die angeblich ein Interview zum Thema „Religion und Glaube im Alltag“ machte. Das ist die zweite Methode, mit der Shinchonji neue Mitglieder generiert. Schnell intensivierte sich der Kontakt und Anna lernte die Frau kennen. Beide begannen, über die Bibel zu sprechen, bis sie die „Lehrerin“ recht bald zu einem Bibelkurs einlud. Anna wunderte sich über das enorme Interesse an ihrer Person.

Das starke Interesse äußert sich schon bald dadurch, dass den Teilnehmern mehr und mehr abverlangt wird. Die Strukturen werden starr.

Die ersten beiden Methoden funktionieren vorwiegend bei Menschen, die sich mit Glaubensfragen beschäftigen und Interesse daran haben, mehr über die Bibel zu lernen. So wie Anna und ihre Freundin. Die dritte Missionierungsstrategie hingegen geschieht über Tarnorganisationen, wie zum Beispiel die „Frankfurter Friedensgemeinde“ und die „International Womens Peace Group“. Es geht so weit, dass diese Institutionen Feste planen, zu denen auch bekannte Persönlichkeiten eingeladen werden. Der Name Shinchonji fällt nie.

INSTRUMENTALISIERUNG

Koch betont, wie wichtig es ist, immer wieder kritisch zu sein und zu überprüfen, was für eine Organisation hinter Veranstaltungen steht, bei denen für Frieden und Gerechtigkeit geworben wird. Ab und zu wird das vernachlässigt. 2013 trat der Gründer von Shinchonji, Man-hee Lee, beispielsweise auf die Bühne des Leipziger Friedensforums und hielt eine Rede. Die Organisatoren erfuhren erst nach der Veranstaltung, welche Hintergründe ihr internationaler Gast hatte.

Mit Hilfe der Tarnorganisationen bekommt Shinchonji Kontakt zu berühmten Persönlichkeiten, Politikern und Vertretern unterschiedlichster Glaubensgemeinschaften. Sie laden solche Personen unter dem Vorwand von Friedensaktivitäten nach Korea ein. Auch in Frankfurt gibt es immer wieder Kongresse, die sich zum Beispiel „World Alliance of religious Peace“ nennen, kurz WARP. Bei diesen Veranstaltungen unterschreiben Teilnehmer wie Politiker oder Vertreter von Kirchen Kongregationen, auf denen im Kleingedruckten steht: „You are now a part of WARP“, also Mitglied einer Tarnorganisation von Shinchonji. Sie tun das im Glauben daran, einem friedvollen Miteinander zuzustimmen. Solche Veranstaltungen nutzt Shinchonji, um in der Medienöffentlichkeit aufzutauchen – wenn auch mit anderen Namen.

Shinchonji tritt nie mit ihrem echten Namen auf. Oliver Koch berichtet von seiner Reise nach Südkorea, dass sich selbst am Headquarter der Sekte in Seoul kein Erkennungszeichen befindet. Das erlaubt ihnen, die Namen der Tarnorganisationen zu ändern, sobald kritische Informationen an die Öffentlichkeit geraten. Anschließend sind sie im Prinzip verschwunden. In Frankfurt hießen sie schon „Frankfurt Korea Internationale Missionsgemeinde“, „Frankfurter Friedensgemeinde“, „Bible Center“, „Bible College“ und „International Bible College“. Shinchonji hat den Namen immer wieder geändert und wird ihn wohl auch in der Zukunft noch öfter wechseln. Eines haben aber alle Namen gemeinsam: Sie vermitteln ein harmloses Bild der Organisation verbergen ihre Verbindung zu Shinchonji. Aussteiger berichten, dass ihnen am Anfang vor allem das internationale und junge Umfeld in den Kursen zugesagt hat.

MANIPULATION

Aussteiger sind meistens allein, wenn sie sich zum Schritt aus den Fängen der Sekte entscheiden. Die engeren Bindungen, die bestehen, sind oftmals mit der manipulativen Gemeinschaft verwoben.

Als Anna und ihre Freundin tatsächlich den Bibelkurs besuchten, waren sie schon in einer Art Strudel, wie Oliver Koch es nennt. Sie hatten eine Freundschaft zu einem Shinchonji-Mitglied geschlossen und Vertrauen aufgebaut. Das sei typisch, erklärt Koch. Der Kurs findet viermal in der Woche statt und die Mitglieder versuchen, die „Neuen“ dazu zu bringen, nach und nach mehr Zeit in den Bibelkurs zu investieren. Die Sektenmitglieder fordern immer mehr. Die Kurse beginnen früher als angesetzt und enden oft spät am Abend. Bei kritischen Nachfragen, wie Anna sie oft stellte, verweisen die Lehrer oft auf den nächsten Tag, die nächste Woche oder entgegnen: „Hab Geduld, hab Geduld, du verstehst das noch nicht.“

Anna bekam immer seltener Antworten auf ihre Fragen und die Mitglieder verwickelten sie in andere Gespräche, um von kritischen Fragen abzulenken. Oliver Koch, Weltanschauungsbeauftragter der evangelischen Kirche, erklärt, dass sich Kursbesucher in eine Art Abhängigkeit begeben. Ihnen wird versprochen, die Bibel zu verstehen. Aber erst am Ende des Kurses, weil sich einem erst dann die „ganze Wahrheit“ erschließt. Gleich zu Beginn des Kurses erklären die Lehrer, es sei wichtig, nicht mit anderen über das Erlernte im Kurs zu sprechen, das könnte die Teilnehmer verwirren. Auch Anna wurde geraten, nicht mit Freunden und Familie über den Kurs zu sprechen, da Satan sonst leicht auf sie Einfluss nehmen könne und sie abhalte, die Wahrheit zu lernen. Das könne er über die engsten Bezugspersonen besonders gut, da die emotionale Bindung hier am stärksten sei. Anna tat es trotzdem und erfuhr so von einer Frau aus ihrer Gemeinde, dass sie in einer Sekte ist.

Koch betont, dass das natürlich eine geschickte Strategie sei, um Menschen von Kritik abzuhalten.

Die Bibelkurse sind in Grundstufe, Mittelstufe und Hauptstufe eingeteilt. Jede Stufe müssen die Teilnehmer mit einer Prüfung abschließen, in der sie Bibelzitate wortwörtlich zitieren. Es gibt keine Transferfragen, sondern es geht um stupides Auswendiglernen. Wer eine Prüfung nicht besteht, muss einen Teil des Kurses wiederholen und sie nochmal schreiben. Zwischen der Mittelstufe und der Oberstufe werden die Teilnehmer „eingeweiht“. Das bedeutet, sie erfahren von Man Hee Lee, dem angeblichen verheißenen Pastor der Endzeit. Ab diesem Punkt steigt der Druck auf die Teilnehmer. Sie müssen mehr und mehr Zeit investieren und weitere Personen anwerben. Koch beschreibt das als einen „manipulativen Strudel“.

Sobald Mitglieder „versiegelt“, also eingeweiht sind in die Endzeitvorstellungen von Shinchonji, besuchen sie zusätzlich einen separaten Gottesdienst. Dort gibt es oft Liveübertragungen aus Südkorea, in denen Man Hee Lee beim Predigen zu sehen ist. Je nachdem, in welchem Teil der Erde sich die entsprechende Dependance von Shinchonji befindet, ist sie einem der zwölf Stämme aus der Bibel zugeordnet, die jeweils ihre spezifische Farbe haben. In Frankfurt ist das der Stamm des Simon mit der Farbe Gelb. Männer tragen bei Gottesdiensten eine gelbe Krawatte und Frauen ein gelbes Halstuch. Darauf ist die Unterschrift von Man-hee Lee eingestickt.

Vergrößern

DSC_0022
Eine Krawatte von einem Shinchonji Mitglied aus Frankfurt.

In Frankfurt sind an Sonntagen die Fenster im 15. Stock des Gebäudes, in dem Shinchonji den Gottesdienst für die Eingeweihten feiert, mit gelben Tüchern verhangen.

Vergrößern

DSC_0011
Nur am Sonntag sind die Fenster des 15. Stockwerks verhangen.

Die „Versiegelten“ müssen außerdem ihren Zehnten, also zehn Prozent ihres Nettoeinkommens, an Shinchonji abgeben. Wer wie viel gegeben hat, sehen die Mitglieder während des Gottesdienstes auf einem großen Bildschirm.

Letztlich führt die mangelnde freie Zeit dazu, dass sich die Mitglieder immer weiter abkapseln und den Anschluss zu ihren Angehörigen und Freunden verlieren.

ISOLATION

Oft brechen Mitglieder den Kontakt zu Außenstehenden ab. Alle Freunde und sozialen Kontakte leben innerhalb der Gruppierung. Kritische Stimmen verstehen Shinchonji Mitglieder als satanistische Versuche sie zu unterwandern und zu zerstören. Deswegen lassen sie Kritik sofort an sich abprallen, was es für Angehörige erschwert, Kontakt zu halten. So erging es auch der Mutter von Markus, der selbst ein Jahr lang Mitglied der Sekte Shinchonji war und eine Dependance in Stuttgart errichten sollte. Wie es der Familie in dieser Zeit ergangen ist, könnt ihr hier nachlesen.

Nur dann können Mitglieder die Kraft finden, aus der Sekte auszutreten. Doch eine endgültige Entscheidung kann den Betroffenen von niemandem abgenommen werden.

AUSSTIEG

Anna entscheidet sich aus eigenen Stücken für den Ausstieg. Obwohl sie nicht einmal einen Monat lang den Bibelkurs besucht hat, ist der Druck enorm und die Kritik der anderen Sektenmitglieder bleibt nicht aus.

Anna hat es geschafft und ist seitdem vorsichtiger, wenn sie anderen Menschen von ihrem Glauben erzählt. Ihre Offenheit und ihr Gottvertrauen hat sie aber behalten.